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Susanne Wolff: Sturmprinzessin

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
15. Apr. 2025
2 Min. Lesezeit

Romantasy Südsee Palmeninsel High Fantasy Palmen Meer Piraten

Das Cover verrät das nicht: Das Setting ist eine Südseeinsel (vermutlich Richtung Südostasien). Hautfarbe und Kleidung der Frau auf der Abbildung sind aber westlich und das Schiff europäisch. Das finde ich ungut, weil die Verpackung damit auf eine falsche Fährte lockt. Dadurch hatte ich das Buch für mich schon ausgeschlossen und bin nur durch Zufall noch einmal darauf aufmerksam geworden. Dabei ist doch genau dieses Setting der große Pluspunkt.

 

Schreibstil:

 

Der Text liest sich flüssig und bildhaft. Es gibt viele Atmosphärische Details. Gerade am Anfang fand ich manche Dialogzeile ein wenig zu erklärend. Aber darüber sehe ich hinweg.

 

5 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Figuren sind zwar nicht stereotyp, aber es fehlt ihnen deutlich an Tiefgang. Ich denke, das war auch der Grund, warum mich die Dialoge (wie oben schon angemerkt) nicht immer komplett überzeugt haben, und dass mich die dargestellte Beziehung nicht interessiert hat. Es fühlte sich nicht an, als würde sie sich aus den Figuren heraus entwickeln, weil diese Figuren einfach zu wenig Leben in sich hatten und auch ein wenig plump in ihrer vorbildlichen Gutmütigkeit wirken. Ich habe Eigenheiten, Komplexität, Ambivalenz vermischt. Schade. Da wäre mehr drin gewesen.

 

2,5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Das Buch begann interessant und flachte dann leider ab. Im Endeffekt ging es um die Interaktionen zwischen den Figuren. Aber da es diesen an Tiefgang mangelte, waren ebenjene Interaktionen für mich wenig interessant und vorhersehbar. Auch gab es kaum Geheimnisse, deren Aufklärung mich bei Laune gehalten hätte. Es wirkte oft wie eine lineare Abfolge von Aktionen. So war das Buch leider etwas zäh zu lesen, ich habe es oft weggelegt und irgendwann ganz das Interesse verloren.

 

2,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Die politischen Schachzüge, die beide Parteien machen und der Eiertanz der Diplomatie sind gut dargestellt. Auch ist es interessant, wie Macht aus- und abgebaut wird. Das ist durchaus komplex und macht einen Reiz des Romans aus. Schön wäre es gewesen, hätte man eine ähnliche Komplexität auch in anderen Bereichen gefunden.

 

4 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Der Roman lässt Palmeninseln auf europäische Kultur prallen und das auf gelungene Weise. Dieses ungewöhnliche Setting hat mir sehr gut gefallen, zumal es auch atmosphärisch umgesetzt wurde.

 

5 Sterne

 

Als ich dieses Buch mit Südseesetting begonnen habe, habe ich mich sehr darauf gefreut. Obwohl ich nun kein großer Romantasy-Fan bin, hat es mich grundsätzlich nicht gestört, dass hier die Beziehungsthematik im Mittelpunkt steht. Was mich aber gestört hat, war die oberflächliche Art und Weise mit der diese behandelt wurde. Dass es zu der Beziehung kommt, verriet ja bereits der Klappentext. Inhaltlich bot das Buch dann auch nur wenig mehr, als dieser schon angedeutet hatte. Der Roman hat definitiv Stärken (und ich war auch wirklich froh, endlich mal wieder ein gut geschriebenes Buch zu finden), aber die konnten für mich die fehlende Figurentiefe und Handlungskomplexität leider nicht ausgleichen. Womöglich können jüngere Leser*innen mehr Freude mit diesem Roman haben.

 

Gesamtwertung: 3,8 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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