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Tasha Suri: Der Jasmin-Thron (Die brennenden Reiche 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
7. Apr. 2025
2 Min. Lesezeit

High Fantasy Indien Mythologie Asien

Das Buch wird als Romantasy beworben. Das dürfte eine Marketingentscheidung im Sinne des aktuellen Trends sein. Denn ich halte das Buch nicht für Romantasy. Ja, es gibt eine Beziehung. Aber vor allem gibt es Intrigen und Geheimnisse. Die Beziehung ist nicht das zentrale Element des Romans. Wer also keine Romantasy liest, möge die Werbung einfach ignorieren und trotzdem zu dem Buch greifen. Denn es ist lesenswert.

 

Schreibstil:

 

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Ich hätte mir etwas mehr Finesse gewünscht, also interessante Metaphern. Auch hätte es für meinen Geschmack mehr Beschreibung sein dürfen: Es gibt viele Details, die das Setting lebendig werden lassen (z.B. bei Kleidung und Speisen), aber gerade die Schauplätze hätten für meinen Geschmack detaillierter dargestellt werden dürfen (wie sieht der Palast, die Stadt, der Wald aus?). Nichtsdestotrotz war der Text gut zu lesen.

 

4,5 Sterne

 

Charaktere:

 

Man kann den Figuren folgen, aber wirklich einprägsam waren sie für mich nicht. Manchmal schienen mir auch die Motivationen etwas zu schwach oder die Dynamiken zwischen den Figuren nicht ganz nachvollziehbar. Da sehe ich also ein wenig Luft nach oben.

 

4 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Es gibt in dem Roman mehrere Perspektiven, von denen manche in meinen Augen ein wenig bremsen. Das Buch ist ja nicht ganz dünn und ich hätte gut damit leben können, wären die weniger spannenden Perspektiven einfach gestrichen worden. Vor allem am Anfang fand ich das Buch sehr spannend, gegen Ende hin dann weniger, weil in meinen Augen vieles vorhersehbar war.

 

4 Sterne

 

Tiefgang:

 

Es gibt in dem Roman eine Beziehung, aber keine Beziehungsklischees. Das mag einerseits daran liegen (und das spoilert die Werbung ohnehin schon, also kann ich es wohl auch sagen), dass hier zwei Frauen zusammenkommen und dadurch keine Genderklischees wie das des heißen Alpha-Typen als Loveinterest bedient werden. Natürlich könnte es dennoch viel Geschmachte geben – gibt es aber nicht. In dieser Hinsicht finde ich die Beziehungsdarstellung auf jeden Fall erwachsen und realistisch. Hinzu kommen politische Gedanken über Macht und Freiheit, die aber ruhig tiefgehender reflektiert werden hätten können.

 

4 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Das Setting ist von Indien inspiriert. Das ist ungewöhnlich genug und reicht auch für die volle Punktzahl. Ein bisschen Kritik habe ich aber: Mir hätten es (wie beim Schreibstil schon angemerkt) noch mehr Details sein dürfen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau, wenn man bedenkt, wie wenig High-Fantasy-Literatur es gibt, die sich überhaupt in diese Gefilde wagt.

 

5 Sterne

 

Insgesamt hat mir das Buch gefallen. Politik, Intrigen und Rebellion habe ich zwar in anderen Romanen schon interessanter gelesen, aber dafür ist das Setting ungewöhnlich und gleicht vieles aus. Ich werde den Folgeband wohl lesen.

 

Gesamtwertung: 4,3 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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