Roseanne A. Brown: A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia (Das Reich von Sonande 1)


Ich habe das Buch wegen dem afrikanischen Setting gekauft, hatte aber Angst, dass es mir zu sehr Jugendroman sein könnte oder zu viele Arena/Gladiatoren-Klischees abgespult werden. Die Sorge erwies sich als unbegründet.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist angenehm und bildhaft. Manchmal war ich mir in der Bildhaftigkeit allerdings nicht sicher. Rostige Wasserhähne? In diesem Setting? Keine Ahnung. Auch passen manche Wörter nicht. "Fata Morgana". Die Fee Morgane kommt aus der keltischen Mythologie, was also hat sie hier verloren? Da hätte ich mir mehr Feingefühl gewünscht. Und warum werden hier ständig Augen dunkel oder hell? Merkwürdig.
4,5 Sterne
Charaktere:
Die Figuren überzeugen, bleiben aber vielleicht nicht im Gedächtnis. Sowohl Karina als auch Malik sind eher noch Teenager und handeln entsprechend. Gerade Karina war in ihrer unreflektierten Trotzigkeit schon immens anstrengend für mich, aber ich will nicht sagen, dass das unrealistisch wäre.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Der Einstieg ist mir etwas schwergefallen. Der Anfang wirkte so mit Worldbuilding überfrachtet, dass die Spannung erst einmal auf sich warten ließ und ich oft abgeschweift bin. Mit der Zeit verflüchtigt sich dieser Effekt aber dann und der Roman wird spannend. Einige Wendungen fand ich aber nicht so gut vorbereitet.
4 Sterne
Tiefgang:
Hier werden beispielsweise Traumata, Panikattacken und selbstverletzendes Verhalten thematisiert. Das fand ich auch alles gut gelungen. Wo ich mir mehr Tiefgang gewünscht hätte, war die Beziehungsentwicklung. Denn die war mich nicht wirklich klar. Es gibt diese komische, beinahe magische Anziehung, die aus dem Nichts zu kommen scheint. Seltsam. Gut fand ich aber, dass hier zwischenmenschliche und nicht körperliche Anziehung im Mittelpunkt steht.
4,5 Sterne
Worldbuilding:
Diese Welt ist afrikanisch inspiriert. Ihre Wurzeln liegen in einem Pharaonenreich, das aber dann überwunden wird. Das war alles erfrischend anders und hat mir sehr gut gefallen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass nicht alles ganz konsequent ist. Dieses fiktionalisierte Afrika hat auch sehr viele islamische Einflüsse, was ja der Realität entspricht, aber dadurch verschob sich das Setting stellenweise Richtung Orient, was ja wieder recht geläufig ist. Auch gibt es hier dann manche unpassenden Elemente wie beispielsweise Papayas, die eigentlich aus Amerika stammen und in der Realität erst durch die Europäer in Afrika eingeführt wurden. Solche Details sind dann für mich nicht stimmig und schaden dem Konzept und der inneren Logik. Weil das aber Kleinigkeiten sind und ich den ungewöhnlichen Ansatz würdigen möchte, gibt es hier trotzdem 5 Sterne.
5 Sterne
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Abgesehen von der Einstiegsschwierigkeit hat es mich gut unterhalten und hat viele wichtige Themen aufgegriffen. Ich werde die Fortsetzung lesen.
Gesamtwertung: 4,5 Sterne, macht gerundet 5 Sterne



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