Roseanne A. Brown: A Psalm of Storms and Silence. Die Magie von Solstasia (Das Reich von Sonande 2)


Der Roman konnte nicht ganz an den Vorgänger anknüpfen, es ging gerade am Anfang doch einiges an Tempo verloren. Aber insgesamt hat das Buch trotzdem funktioniert.
Schreibstil:
Wie schon bei Band 1: Insgesamt flüssig mit hin und wieder kleineren Schwächen.
4,5 Sterne
Charaktere:
Die Figuren funktionieren genauso wie in Band 1 und haben sich erkennbar und glaubhaft weiterentwickelt.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Gerade am Anfang werden viele Ereignisse aus dem Vorgängerband wiederholt. Das soll sicherlich den Einstieg erleichtern – ich empfand es als bremsend und störend. Auch danach brauchte die Handlung etwas, um in Fahrt zu kommen. Natürlich geschah etwas, aber der übergreifende Bogen war mir zunächst nicht klar. Insgesamt wirkte die Handlung etwas linear. Es passieren schlimme Dinge. Aber wo sind die Geheimnisse? Die zwischenmenschlichen Spannungen? Das Auf und Ab?
Ich hatte die Struktur ja schon im letzten Band ein wenig kritisiert. Im Nachfolgebuch faltet sich diese Schwäche leider stärker aus. Denn wo Band 1 nach dem Einstieg die Kurve bekam, geht die Handlung in Band 2 über mehr als die Hälfte des Romans einfach so dahin. Je mehr die Fäden zusammenliefen, desto interessanter wurde es. Aber gerade in der ersten Hälfte schien mir manches auch zu schwach motiviert.
3 Sterne
Tiefgang:
Band 1 hatte einige wichtige Spannungsfelder. In Band 2 treten diese zunächst in den Hintergrund. Gerade gegen Ende hin kommt dann aber doch noch Einiges. Es gibt also interessante Themen wie Herrschaft, Vertrauen, Opfer, Machtmissbrauch, Manipulation. Vielleicht nicht ganz in derselben Tragweite wie in Band 1, aber doch vorhanden.
Die Liebesbeziehung habe ich allerdings noch immer nicht so ganz verstanden … Das ist aber generell eine Schwäche des Romans: Dass manche Wendungen, Entscheidungen oder emotionale Verstrickungen eher vorgesetzt als entwickelt werden.
4,5 Sterne
Worldbuilding:
Nach wie vor interessant. Durch die Wüstenhandlung standen hier für mein Empfinden die arabischen Einflüsse stärker im Vordergrund. Das muss ja nichts Schlechtes sein, nur ist es eben ein kleines bisschen konventioneller als das Afrikanische. Auch gab es hier wieder ein paar Inkonsistenzen: Mangos? Die kommen eigentlich aus Südostasien und wurden in Afrika erst eingeführt. Wie auch bei Band 1 gebe ich trotz kleinerer Schwächen die volle Punktzahl, weil das Setting nichtsdestotrotz spannender ist als in den meisten anderen Büchern.
5 Sterne
Das Buch hat mir also im Wesentlichen gefallen, wenn auch nicht so gut wie Band 1. Für mich hat einfach der Spannungsbogen nicht so gut funktioniert, weil der Konflikt an sich doch recht einfach und dadurch vorhersehbar ist. Es wird angekündigt, was da kommt und dann kommt auch genau das. Da haben mir ein wenig die Überraschungen gefehlt.
Gesamtwertung: 4,3 Sterne, macht gerundet 4 Sterne
Allein durch das Setting ist die Dilogie interessant. Auch Schreibstil und Figuren funktionieren, wenngleich man die jugendlichen Charaktere abkönnen muss. Die beiden Bücher sind also sehr solide und liefern dazu noch interessante Themen. Das macht sie durchaus lesenswert. Negativ fallen viele kleinere Inkonsistenzen auf, die sich durch verschiedene Bereiche schleppen. Das geht beim Worldbuilding los, über die Figuren bis hin zur Handlung. Wer also Wert auf durchgehend stringente Logik legt, muss hier vielleicht schon einmal ein Auge zudrücken. Aber wie gesagt: das sind Details, über die man gut hinwegsehen kann.
Gesamtwertung der Dilogie: 4,4 Sterne, macht gerundet 4 Sterne



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