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Jordan Ifueko: Die Masken der Aiyetoro (Raybearer 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
12. Juni 2025
3 Min. Lesezeit

High Fantasy Afrika afrikanisch Steppe Savanne

Die Stärke des Romans ist das ungewöhnliche afrikanisch inspirierte Setting. Leider hat das Buch diese Stärke nicht immer ausgespielt.

 

Schreibstil:

 

Der Schreibstil ist gut und bildhaft, stellenweise etwas poetisch. Das und die Tatsache, dass vor allem der Anfang mit Details des Worldbuildings überladen war, hat es aber nicht ganz einfach zu lesen gemacht. Ich denke aber, dafür ist "Schreibstil" nicht die richtige Kategorie, deshalb werde ich das an anderer Stelle bewerten.

 

Und wie so oft weiß ich nicht, was der englische Titel auf dem Buchdeckel zu suchen hat. Aber das ist auch wieder eine andere Sache.

 

5 Sterne

 

Charaktere:

 

Ich bin überhaupt kein Fan von Kindern als Charakteren. Auch nicht von Jugendlichen. Wir haben zuweilen typische Coming-of-Age-Probleme, es sind natürlich alle entweder gut oder böse. Die Motivationen sind eher simpel. Völlige Schablonen sind die Figuren nun aber auch nicht, ein bisschen was gibt es doch. Wegen den Figuren braucht man das Buch aber sicher nicht zu lesen.

 

3,5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Die Handlung war prinzipiell nicht uninteressant, aber wie gesagt: Vor allem am Anfang gab es so viel eingestreute Informationen, alles hatte einen eigenen Namen, den man sich merken musste und hinzu kamen noch Details der Recherche, die nicht unbedingt so geläufig sind. Ich habe mich beispielsweise am "wachsgefärbten Tuch" aufgehängt, weil ich nicht wusste, was das ist und es erst einmal googeln musste. Grundsätzlich finde ich solche Details ja gut, aber wenn es so viel ist, dass der Text dadurch nicht mehr zugänglich ist, dann ist es vielleicht zu viel. Das hat jedenfalls alles doch recht bremsend gewirkt, sodass die Handlung gefühlt nicht richtig in Fahrt kam. Hinzu kam, wie schon angemerkt, dass die Charaktere am Anfang Kinder waren, was für mich einfach nicht sonderlich interessant ist. Auch die eingestreuten Lieder/Erzählungen empfand ich eher als bremsend und kein bisschen interessant. Im Verlauf gab es auch die ein oder andere Wendung, die ein bisschen konstruiert wirkte, vielleicht sogar ein Deus ex Machina war. Hier war also manches für mich ein wenig unglücklich.

 

3 Sterne

 

Tiefgang:

 

Die Protagonistin wehrt sich gegen ihre Bestimmung. Das ist an sich interessant. Sicher hätte man das Ganze komplexer darstellen können. Aber die wechselnden Loyalitäten und das politische Kalkül sind durchaus ein wichtiges Thema.

 

4 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Das afrikanisch inspirierte Setting ist auf jeden Fall ungewöhnlich und liest man so nicht oft. Es wurden dann noch viele andere Kulturen angefügt, das hätte ich nicht gebraucht, sondern viel lieber den Fokus zentral auf die afrikanische Kultur hin gelegt. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Oft war es einfach auch überladen. Die gesamte Konzeption hätte nämlich genauso funktioniert, wenn die verschiedenen Länder nicht so große kulturelle und ethnische Unterschiede aufgewiesen hätten. Aber weil ich die ungewöhnliche Idee würdigen möchte, gebe ich trotzdem 5 Sterne.

 

5 Sterne

 

Das Buch ist nicht schlecht. Das Interessanteste daran war aber in meinen Augen das Setting. Hätte ich dieselbe Geschichte in einem Mittelalter-Umfeld gelesen, hätte ich das Buch wahrscheinlich schlechter bewertet oder sogar abgebrochen. Um hier Spaß zu haben, muss man also entweder ein Interesse an den afrikanischen Einflüssen oder allgemein am Worldbuilding haben. Hinzu kommt, dass der Roman in vielen Aspekten eher Jugendbuch ist und das wirkt sich wie so oft nachteilig auf die Komplexität aus. Den zweiten Band werde ich wohl nicht lesen.

 

Gesamtwertung: 4,1 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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