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Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen (Die Krähen-Dilogie 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
10. Aug. 2024
2 Min. Lesezeit

Fantasy Stadt Diebe Gauner Slums Schurken Banden

Bei diesem Buch weiß ich nicht recht, was ich damit soll. Vieles weist darauf hin, dass wir es hier mit einem klassischen Young-Adult-Roman zu tun haben. Aber dann gibt es wieder Brutalität, die ich Jugendlichen nun nicht unbedingt in die Hand geben würde.

 

Schreibstil:

 

Der Schreibstil ist solide und der Text liest sich flüssig. Es schimmert hin und wieder auch etwas Humor durch. Es fehlt aber ein wenig das Besondere.

 

4 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Charaktere sind durchaus gestaltet. Aber sie sind Teenager mit 16 oder 17 Jahren. Die Ambivalenz und Kontur von Kaz Brekker wirkt bei einem so jungen Menschen nicht glaubhaft. Aber gut, gehen wir einmal davon aus, dass er ein Wunderkind ist. Aber Moment: Hier sind irgendwie alle Wunderkinder. Jede Figur ist in ihrer jeweiligen Disziplin immer die allerbeste. Diese Konstellation fand ich ausgesprochen ermüdend.

 

3 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Grundsätzlich wäre die Handlung durchaus spannend. Allerdings gibt es auch hier wieder das Problem der Young-Adult-Elemente: Wirklich jede Figur hat irgendeinen Love Interest. Das fand ich nicht nur ausgesprochen konstruiert, sondern auch öde. Hinzu kommen einige Rückblenden, die die Handlung bremsen – das finde ich als Stilmittel äußerst ungünstig. Dass vieles einfach nicht logisch wirkt, stört noch weiter. Die Handlung wird oft eher von Zufällen vorangetrieben als durch cleveres Agieren der Figuren – wie es der Text eigentlich zu vermarkten versucht und auch der Klappentext verspricht.

 

2,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Die Figuren geben tatsächlich etwas her, z.B. wie entwickelt man sich nach einem Trauma. Allerdings flacht der Roman dann doch deutlich ab und bedient sich wieder an Kitsch.

 

3 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Die Stadt Ketterdam ist eine Art Amsterdam. Das fand ich gelungen und es kommt dabei auch Atmosphäre auf. Dazu gibt es noch ein paar interessante Schauplätze wie das Eistribunal. Allerdings muss ich ehrlich sagen, ich bin mir da nicht ganz sicher, ob ich die beiden Gefängnisse beispielsweise wirklich abkaufe. Hier geht’s mir genau wie mit den Charakteren und der Handlung: Mir ist das oft zu inkonsistent. Die anderen Grisha-Bücher habe ich übrigens nicht gelesen und das hat auch nicht gestört oder verwirrt.

 

4 Sterne

 

Ich weiß wirklich nicht, was ich mit diesem Buch anfangen soll. Ich das für Erwachsene? Was sollen dann diese Young-Adult-Themen? Oder ist das doch ein Jugendroman? Wenn ja, würde man da sicherlich andere Maßstäbe anlegen – und definitiv die Gewalt kritisieren, die hätte dann da m.E. in der Form nichts verloren. Ich hatte den Großteil des Romans einfach das Gefühl, dass da alles irgendwie unglaubwürdig und künstlich ist. Das zusammen mit gelegentlichem Augenrollen hat mir den Spaß verdorben, sodass ich den Folgeband nicht lesen werde.

 

Gesamtwertung: 3,3 Sterne, macht gerundet 3 Sterne

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