Fonda Lee: Jade City (Jade Saga 1)


Dass ein High-Fantasy-Buch im einer modernen Welt mit Pistolen, Elektrizität, Fernsehen und Industrie spielt, ist eher ungewöhnlich und könnte manche Leser*innen abschrecken. Für mich hat es aber gepasst – zumal es schön ist, mal nicht ins europäische Mittelalter abzutauchen, sondern in eine von Asien inspirierte Welt.
Schreibstil:
Grundsätzlich ist der Schreibstil flüssig, es gibt aber einige Passagen, in denen Informationen und Ereignisse nur zusammengefasst werden. Ich habe zwar schon schlimmere Infodumps gelesen, dennoch hätte es hier in meinen Augen elegantere Möglichkeiten gegeben, die Inhalte rüberzubringen.
4 Sterne
Charaktere:
Die Charaktere sind ausgestaltet, keineswegs flach und besitzen auch eine gewisse Ambivalenz. Da ist aber auch noch Luft nach oben, würde ich sagen. Grundsätzlich funktionieren die Figuren für mich aber.
4 Sterne
Handlung und Struktur:
Das Buch läuft langsam an und langsam fort. Man kann nicht sagen, dass nichts passiert – die Handlung wird kontinuierlich weiterentwickelt. Allerdings – und das überschneidet sich mit dem, was ich bereits beim Schreibstil geschrieben habe – hätte der Roman von einigen Kürzungen sehr profitieren können.
3 Sterne
Tiefgang:
Das Buch reißt einige interessante Themen an wie: Hierarchien, Familienstrukturen, Drogenabhängigkeit und mehr. Aber leider werden diese Aspekte nicht wirklich in der Tiefe reflektiert, sondern sind einfach gegeben. Da hätte ich mir mehr gewünscht.
3 Sterne
Worldbuilding:
Das Setting auf der asiatischen Insel ist unkonventionell. Die Mafiaanleihen sind ein interessanter Ansatz. Auch das Magiesystem um die magische Jade überzeugt. Hier ist jedenfalls einige Kreativität zu finden, die dem Roman lesenswert macht.
5 Sterne
„Jade City“ ist in meinen Augen kein schlechtes Buch, ganz mitgenommen hat es mich jedoch nicht. Ich fand es stellenweise einfach unnötig in die Breite aufgefächert – ich hätte den Roman viel lieber gelesen, hätte er 100 Seiten – oder vielleicht auch 200 – weniger gehabt. Ansonsten ist das unkonventionelle Setting auf jeden Fall ein Pluspunkt. Im Moment bin ich mir unsicher, ob ich mir den Folgeband hole. Im Moment liegen andere Bücher auf meinem Stapel, die mich mehr reizen (was sicher ein schlechtes Zeichen für das Buch ist).
Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass in letzter Zeit asiatisch inspirierte Fantastik mehr und mehr Trend wird – es ist auf jeden Fall eine positive Entwicklung die ständigen mittelalterlichen Burgen hinter sich zu lassen.
Gesamtwertung: 3,8 Sterne, macht gerundet 4 Sterne



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