Brent Weeks: Lichtbringer (Licht-Saga 7)


Nachdem ich Band 6 eher schwächer fand, hatte mich der Verdacht beschlichen, dass ich mit dem Ende nicht zufrieden sein könnte. Tatsächlich passt aber alles zusammen und funktioniert.
Schreibstil:
Passt.
5 Sterne
Charaktere:
Die Figuren sind weiterhin interessant und haben sich zum Ende hin auch nochmal gewandelt (gewandelt, höhö^^).
5 Sterne
Handlung und Struktur:
Es kommt nun zur Konfrontation mit dem Weißen König und den Göttern und das ist durchaus spannend. Dabei gibt es auch noch ein paar Wendungen und Entdeckungen. Am Ende gibt es jedoch auch noch über eine nicht unerhebliche Seitenanzahl eine Art Abspann nach der Schlacht. Manche mögen so etwas, ich mag es eher nicht. Aber es war noch in einem Rahmen, der in Ordnung ist.
4,5 Sterne
Tiefgang:
Es gibt hier einige interessante Betrachtungen. Als nicht-religiöse Person muss ich aber sagen, dass ich nicht unbedingt ein Fan davon bin, wie die Personen hier in die Arme der Kirche getrieben werden. Natürlich ist die Kirche fiktiv und die Götter existieren im Roman wirklich, aber bei der Theologie lassen sich doch Parallelen zum Christentum erkennen, z.B. in Bezug auf die Theodizee-Frage. Da würde ich nicht ganz mitgehen.
4,5 Sterne
Worldbuilding:
Hier ging es wieder mehr um den Kern des Magiesystems: das Farbenwandeln in unterschiedlichen Facetten, hat also funktioniert.
4,5 Sterne
Der Roman ist ein besserer Abschluss für die Reihe, als ich es erwartet hatte und wird tatsächlich nochmal spannend.
Gesamtwertung: 4,7 Sterne, macht gerundet 5 Sterne
Die Buchreihe ist gut. Die große Stärke sind die komplexen Charaktere, die mit einer solchen Tiefe ausgestaltet sind, dass die Bücher damit auch Tiefgang im Hinblick auf die menschliche Psyche gewinnen. Das Magiesystem ist originell, wenngleich mir gerade zum Ende hin nicht mehr alles konsistent schien. Das Setting ist schwer einzuordnen. Das sorgt zwar dafür, dass keine ausgetretenen Pfade bedient werden, aber manchmal waren mir doch die Zusammenhänge nicht klar: Warum gibt es beispielsweise „Satrapen“, wenn der Rest dann irgendwie doch nicht richtig persisch ist? Die Handlung war oft spannend, besaß aber ihre Längen, z.B. wenn das Magiesystem erklärt wurde und die Figuren ausführlich ausgebildet werden. Dass am Ende noch diese christlich geprägte Religionsthematik aufgeworfen wurde, empfand ich auch nicht als Bereicherung, im Gegenteil. Wer aber ein Faible für ambivalente Figuren hat, kann hier zugreifen.
Abgesehen davon halte ich, wie schon bei meiner Rezension zu Band 1 erwähnt, diese Reihe überhaupt nicht vergleichbar mit der vorhergehenden Assassinen-Trilogie des Autors. Die erschien mir arg unausgereift. Wer sie nicht mochte, kann dieser Reihe hier dennoch eine Chance geben und umgekehrt, wer die Licht-Saga mochte, muss nicht unbedingt zu den anderen Büchern greifen.
Gesamtwertung der Reihe: 4,6 Sterne, macht gerundet 5 Sterne



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