Brian McClellan: Blutschwur (Die Powder-Mage-Chroniken 1)

Aktualisiert: 30. Juli 2024

Das Buch punktet mit einem unverbrauchten Setting, einer spannenden Handlung und ausgestalteten Charakteren. Dabei ist es auch noch gut geschrieben – leider vergrault das die schwächelnde Übersetzung ein wenig.
Schreibstil:
Der Schreibstil liest sich flüssig und schnörkellos. An manchen Stellen scheint erfreulicherweise auch etwas Humor durch. Manchmal hätten mir noch ein paar Bilder gefallen, die mehr in Erinnerung bleiben. Sehr nervig ist allerdings, dass die deutsche Übersetzung manche englischen Begriffe einfach stehen lässt. Was habe in einem High-Fantasy-Buch, das naturgemäß in einer fiktiven Welt spielt, denn englische Bezeichnungen wie „Skyline“ oder „King’s Garden“ zu suchen? Und was dagegenspricht, aus den „Powder Mage Chroniken“ „Pulvermagier-Chroniken“ zu machen (zumal im Roman ja von „Pulvermagiern“ die Rede ist), erschließt sich mir auch in keinster Weise. Weil das nun nicht unbedingt etwas mit der Qualität des Romans an sich zu tun hat, ziehe ich dafür keine Sterne ab, aber ich finde es doch sehr schade.
4,5 Sterne
Charaktere:
Die Figuren sind ausgestaltet und ambivalent. Das gilt natürlich besonders für Hauptfiguren wie Tamas (und dabei finde ich es übrigens auch positiv, dass es auch mal Helden gibt, die über 60 Jahre alt sind und nicht immer nur jüngere Figuren). Aber auch Nebenfiguren wie Olem gewinnen durchaus an Kontur. Hier liegt definitiv eine Stärke des Romans, was auch einer der Hauptgründe sein dürfte, warum ich ihn so gerne gelesen habe.
5 Sterne
Handlung und Struktur:
Ich fand nicht jedes Kapitel bzw. jede Perspektive gleich spannend, aber insgesamt liest sich die Handlung flüssig und interessant. Dafür sorgen die ausgearbeiteten Charaktere und das Geheimnis um eine mysteriöse Bedrohung, das gelüftet werden muss. Es bleiben einige Fragen offen, aber der Roman ist dennoch rund und kann damit auch ohne die Folgebände gelesen werden.
4,5 Sterne
Tiefgang:
Das Buch startet gleich mit einem Machtwechsel. Die Partei, die die Führung übernimmt, hat zwar die Absicht, dem Land eine bessere Zukunft zu gestalten, gleichzeitig steht aber Brutalität und Blutvergießen an der Tagesordnung. Diese Ambivalenz klingt auch immer durch und macht die Handlung interessant.
4 Sterne
Worldbuilding:
Dass dieses High-Fantasy-Buch sich vom typischen Mittelaltersetting wegbewegt, finde ich auf jeden Fall positiv. Ob ich die Sache mit dem magischen Schießpulver so ganz abkaufe, weiß ich zwar nicht – gestört hat es mich allerdings auch nicht, also geschenkt.
5 Sterne
Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Mit dem Fokus auf den Charakteren trifft es genau meinen Geschmack. Hinzu kommen ein interessantes Setting und ein solider Spannungsbogen. Ich freue mich auf die Folgebände.
Gesamtwertung: 4,6 Sterne, macht gerundet 5 Sterne



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