Rafaela Creydt: Die Stadt am Kreuz

Aktualisiert: 11. Feb.

Ich kannte bereits den Roman „Der letzte Winter der ersten Stadt“, der in derselben Welt spielt, nur 300 Jahre früher. Tatsächlich werden die Ereignisse daraus auch hin und wieder erwähnt. „Die Stadt am Kreuz“ konnte mich auf jeden Fall genauso überzeugen wie der Vorgängerband (oder Nachfolgeband?).
Schreibstil:
Der Text ist flüssig zu lesen. Der Schreibstil ist bildhaft und schafft es, Atmosphäre zu erzeugen. Die Schauplätze sind gut und mit passenden Details beschrieben. Die Dialoge funktionieren. Es gibt keine Längen oder Stolpersteine.
5 Sterne
Charaktere:
Die Figuren sind allesamt ausgestaltet und besitzen eine glaubhafte Tiefe. Ich habe ja ein Herz für zwielichtige Gestalten. Hier haben wir es (bis auf eine Ausnahme) eher mit Personen zu tun, die auf der hellen Seite stehen, ohne dabei platt oder kitschig zu wirken. Die Charaktere funktionieren damit gut.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Das Buch liest sich spannend, lediglich die letzten 50 Seiten oder so waren dann etwas erwartbar. Das hat mich aber überhaupt nicht gestört. Gut finde ich auch, dass das Buch ohne kitschige Lovestory auskommt und damit an keiner Stelle in irgendwelche Klischees abdriftet.
5 Sterne
Tiefgang:
Ähnlich wie bei „Der letzte Winter der ersten Stadt“ geht es hier um die Figuren und ihre (inneren) Konflikte. Alle Perspektivträger haben eine mehr oder weniger tragische Vorgeschichte, um deren Aufarbeitung es geht. Insofern steht das Menschliche hier im Vordergrund.
4,5 Sterne
Worldbuilding:
Genau wie in „Der letzte Winter der ersten Stadt“ sind die Schauplätze interessant ausgestaltet: Die Stadt am Kreuz mit ihren an die Steilwände einer Schlucht gebauten Häuser ist ein interessantes Setting. Man erfährt außerdem etwas über die Geschichte der Welt, was ihr Tiefe und Glaubwürdigkeit verleiht. Die Namenlosen und Angeber (die Magier dieser Welt) sind ein guter Einfall. Das Buch punktet hier ganz besonders mit Kreativität und Ideen, die im Gedächtnis bleiben.
5 Sterne
Das Buch hat mir genauso gut gefallen wie „Der letzte Winter der ersten Stadt“. Der Roman funktioniert auf allen Ebenen: Sprachlich, bei der Ausgestaltung der Charaktere und was die Fantasyelemente betrifft. Ich kann ihn deswegen unbedingt empfehlen.
Gesamtwertung: 4,8 Sterne, macht gerundet 5 Sterne



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