Rafaela Creydt: Der letzte Winter der ersten Stadt


Das Buch zeigt eine detailliert ausgestaltete High-Fantasy-Welt und erzählt aus der Sicht zweier Figuren von Intrigen am Kaiserhof der bedeutendsten Stadt der dargestellten Epoche. Ein lesenswerter Einzelband.
Schreibstil:
Der Roman liest sich flüssig. Der Schreibstil ist angenehm, erzeugt Bilder und stimmungsvolle Details. Die Schauplätze werden gut beschrieben. Die Dialoge lesen sich glatt. Es gibt keine überflüssigen Schnörkel.
5 Sterne
Charaktere:
Die beiden Hauptfiguren sind ausgearbeitet und bedienen keine Stereotype. Sie wirken zu keinem Zeitpunkt platt oder hölzern, sondern besitzen eine realistische Ambivalenz. In der Literatur gibt es sicherlich exzentrischere Typen, die länger im Gedächtnis bleiben. Aber man folgt ihnen auf jeden Fall gerne durch die Handlung.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Die Handlung wird prägnant erzählt und ist spannend. Sie war an keiner Stelle zäh oder langweilig, sondern alle Szenen tragen dazu bei, entweder die Figuren auszugestalten oder die Handlung voranzubringen. Vor jedem Kapitel stehen Zitate, die den Text in gewisser Weise kommentieren und der erzählten Welt Komplexität hinzufügen – ein guter Kunstgriff.
5 Sterne
Tiefgang:
Das Buch liefert menschliche Einblicke – die Figuren scheitern auf ihre eigene Art und oft auch an sich selbst. Die Liebesbeziehungen sind realistisch. Außerdem zeigt es eine Konfrontation unterschiedlicher Kulturen und wie diese Konflikte erzeugt, ohne dass man dabei in Gut und Böse einteilen kann. Es ist damit eine gute Charakterstudie.
4,5 Sterne
Worldbuilding:
Die Welt ist detailreich ausgearbeitet. Schauplätze wie die Goldene Stadt sind originell und tragen zur Atmosphäre bei. Die beiden Hauptfiguren entstammen wie gesagt unterschiedlichen Kulturen. Auch hier finden sich viele interessante Ideen. Dadurch, dass die Heimatorte der beiden Charaktere so weit auseinanderliegen, wirkt auch die Welt groß und dadurch realistisch. Das Worldbuilding sticht insgesamt auf jeden Fall hervor.
5 Sterne
„Der letzte Winter der ersten Stadt“ punktet mit Handlung, Charakteren, Struktur und Worldbuilding, bleibt durchgängig spannend und wirkt niemals platt. Es gibt einen weiteren Roman, der in derselben Welt in einer anderen Epoche spielt („Die Stadt am Kreuz“). Darüber hinaus würde ich gerne noch mehr über die durchaus ausgestaltete Welt erfahren. Schade, dass das Buch eher unbekannt ist.
Gesamtwertung: 4,8 Sterne, macht gerundet 5 Sterne



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