Mira Valentin: Blütenwispern (Andorin 2)


Nach dem ersten Band war ich mir unsicher, ob mich der zweite tatsächlich interessiert, aber ich habe dem Buch dann doch eine Chance gegeben. Leider ist es aber nicht stärker als der Vorgänger und ich gehe mit denselben gemischten Gefühlen aus dem Lesen.
Schreibstil:
Wie in Band 1. Insgesamt solide, aber mir ein paar Schwächen. Es fehlen die einprägsamen Bilder, manchmal wirkt der Text erklärend, aber es gibt keine auffälligen Stolpersteine.
4 Sterne
Charaktere:
Auch hier: Wie in Band 1. Die Figuren haben Eigenheiten, wirken aber mehr wie ein DnD-Charakterbogen als tatsächlich wie echte Menschen: Mal eben ein paar Eigenschaften in einer Tabelle geschrieben und fertig. Und unter dem fehlenden Tiefgang litt für mich dann auch die Spannung.
3 Sterne
Handlung und Struktur:
Der Roman war ganz in Ordnung zu lesen. So richtig spannend aber nicht. Ich vermute, wie bereits gesagt, dass das auch etwas mit den Figuren zu tun hat. Weil mir die zu stereotyp waren, hat mich auch ihre Geschichte nicht recht interessiert. Am spannendsten fand ich noch Yuma. Generell plätscherte also alles so vor sich hin und nach 200 Seiten hatte ich das Gefühl, dass es mir irgendwie auch ganz egal ist, was jetzt noch passiert.
3 Sterne
Tiefgang:
Merkwürdig war Yumas unreflektierte Schwämerei, die der Roman zu Liebe verklärt bzw. nicht reflektiert. Das fällt für mich klar in die Kategorie „Beziehungsklischees“ – lernt man eine Person gerade erst kennen und findet diese attraktiv, kann das vielleicht etwas auslösen, aber mit Liebe hat das nichts zu tun. Das gaukelt uns Literatur und Film gerne vor, in der Realität laufen die Dinge aber anders. Ich hätte mich gefreut, wenn solche Klischees mehr problematisiert als fortgeführt worden wären.
Tatsächlich finde ich hier nicht wirklich etwas, das mich wirklich zum Nachdenken anregt. In Band 1 fand ich noch die Sache mit der unterschiedlich übersetzten Prophezeiung interessant, aber das ist hier nicht mehr wichtig und so ist dann irgendwie auch die Luft raus.
2 Sterne
Worldbuilding:
Auch in Band 2 hat mir das Asiensetting gefallen. Nachdem das Mittelalter-Europa hier etwas außen vor war, fand ich es schöner zu lesen. Aber es bleibt dabei: Vieles ist auch sehr konventionell und hat man in ähnlicher Form schon irgendwo gelesen (z.B. diese ganze Bryannen-Sache, die einfach klassische Feen der keltischen Mythologie sind, ohne eine Form der Variation des Narrativ). Für Asien gibt’s aber Punkte von mir.
4,5 Sterne
Ja, nun, ich vermute, ich bin nach Band 2 genauso weit wie nach Band 1. Das Buch war nun nicht wirklich schlecht, aber es hat mich tatsächlich nicht sonderlich abgeholt. Es gab einzelne Elemente, die ich mochte (und darunter fällt auch das Asiensetting), aber es gibt einfach keine Überraschungen. Schreibstil, Figuren, Handlung – am Ende ist doch alles sehr konventionell und dadurch austauschbar. Gerade am Schluss war mein Interesse an dem Buch bzw. der Reihe tatsächlich ziemlich erloschen. Ich werde also nicht weiterlesen.
Gesamtwertung: 3,3 Sterne, macht gerundet 3 Sterne



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