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Kathrin Schobel: Don Sullivan

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
20. Aug. 2024
2 Min. Lesezeit

Fantasy Western Schusswaffen Pistolen

Das Buch bedient ein Setting, das man in der High Fantasy selten findet und allein das macht es schon lesenswert. Ansonsten sehe ich ein paar Kinderkrankheiten, die man wohl noch hätte ausbügeln sollen. Das ist schade. Insgesamt aber kein schlechtes Buch.

 

Schreibstil:

 

Das Buch ist weitgehend aus der Ich-Perspektive in einem humorvoll-ironischen Ton geschrieben. Dadurch entsteht eine eigene Erzählstimme, was in vielen anderen Büchern nicht gelingt und deswegen auf jeden Fall positiv auffällt. Leider liest sich der Text insgesamt aber nicht ganz glatt. Es gibt manchmal Satzanschlussfehler bzw. nicht ganz klare Bezüge (eigentlich sollte das Lektorat ja auf so etwas schauen). Dadurch fehlt die Präzision und es kommt auch zu Verwirrung. Zudem fehlen mir auch die besonderen Bilder. Manchmal werden Ereignisse auch zusammengefasst, also nicht szenisch dargestellt, was ich immer etwas ungeschickt finde (da würde man manchmal besser damit fahren, manches einfach wegzulassen). Unnötige Längen gab es ansonsten aber immerhin nicht. Zusätzlich haben sich Fehler eingeschlichen. Dazu gehört auch, dass viel zu oft „-“ anstelle von „–“ verwendet wird oder mal ein Leerzeichen zu viel bzw. zu wenig gesetzt ist. So etwas (man möge mich kleinlich nennen) stört mich. Insgesamt sehe ich hier also Potenzial mit Luft nach oben. Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sternen, gebe für die Erzählstimme und die gelegentlichen Selbstreferenzen aber mal wohlwollend die 4.

 

4 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Figuren (vor allem der Protagonist) haben ihr Eigenheiten, was es einfach macht, ihnen durch die Handlung zu folgen. Mir fehlt hier allerdings ein wenig der Tiefgang, der wirklich komplexe Charaktere ausmacht.

 

4,5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Dass sich das Buch nicht ganz flüssig liest, hat vielleicht mit dem Schreibstil zu tun. Doch auch abgesehen davon hat mir manchmal einfach der Zug gefehlt. Ich habe überlegt, woran es lag. Ich denke, der Anfangskonflikt ist recht simpel und lässt zu wenige Fragen offen bzw. solche, die nicht interessant genug sind. Es führt eines zum anderen, aber mir fehlt irgendwie die übergreifende Spannung. Das heißt nicht, dass es zu langweilig gewesen wäre, aber eben auch nicht so, dass ich immer unbedingt weiterlesen wollte.

 

4 Sterne

 

Tiefgang:

 

Hier hätte der Roman ruhig mehr liefern dürfen. Der Grundton ist heiter-ironisch und bei dieser Leichtigkeit bleibt es auch. Das Buch möchte wohl in erster Linie unterhalten und nicht gesellschaftliche Diskurse problematisieren. Dennoch liefern vergleichbare Bücher da oft mehr, wenn sie Konflikte zwischen den Figuren entwickeln. Da es hier aber eher um eine Art Schnitzeljagd geht, ist wenig Raum für tiefere Ebenen.

 

2 Sterne

 

Worldbuilding:

 

„Don Sullivan“ spielt in einem Westernsetting. Da ein solches selten für High-Fantasy-Roman genutzt wird, ist das auf jeden Fall positiv. Insgesamt funktioniert es auch. Es gibt an manchen Stellen englische Begriffe, was mich in fiktiven Welten normalerweise stört, hier passt es aber in den Kontext. Manchmal hätte ich mir noch mehr Ungewöhnliches gewünscht, aber dennoch muss man festhalten, dass das Buch mit einem solchen Setting durchaus heraussticht, daher gibt es von mir 5 Sterne.

 

5 Sterne              

 

Das Buch hat einige Stärken, dazu gehören der Humor und das Setting. Es lädt dazu ein, es locker wegzulesen – diesem Vorhaben hat der Schreibstil aber manchmal den Riegel vorgeschoben und auch der Spannungsbogen hätte straffer sein können.

 

Gesamtwertung: 3,9 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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