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Joe Abercrombie: Kriegsklingen (Die Klingen-Saga 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
21. Juli 2024
2 Min. Lesezeit

Grimdark Fantasy düster Kriege Schlachten Kämpfe

In dem Buch geht es düster, schmutzig und blutig zu und die Charaktere sind alles andere als Sympathieträger. Vielmehr trieft es hier vor Zynismus. Gerade das hat mir aber gut gefallen, denn die rosarote Brille wird hier rigoros verweigert.

 

Schreibstil:

 

Man merkt, dass das der Debütroman des Autors ist. Spätere Bücher wirken stellenweise routinierter. Flüssig liest sich der Roman dennoch und punktet an vielen Stellen immer wieder mit Humor, der oftmals durch andauernde Selbstreferenzen entsteht. Das fand ich wirklich gut gemacht und macht dann auch kleinere Schwächen wieder wett.

 

4,5 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Figuren sind durchgängig komplex und ambivalent. Sie besitzen genügend Tiefgang, um glaubhaft zu sein und ihnen zu folgen. Obwohl sie nun nicht als sympathisch gelten können, entsteht dadurch beim Lesen durchaus Empathie für ihre eigenen Beweggründe, sodass ich ihnen gerne gefolgt bin. Und ungewöhnliche Charaktere wie ein Sand dan Glotka bleiben sicherlich im Gedächtnis.

 

5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Der Fokus des Buches ist nicht unbedingt der Plot. Dieser ist wohl auch nicht der originellste. Darauf kommt es in meinen Augen aber auch gar nicht an, denn es geht dem Buch nicht darum, eine bestimmte Handlung zu erzählen, sondern Charaktere zu entwickeln. Hinzu kommen Kunstgriffe wie die bereits erwähnten Selbstreferenzen. Ich sage nur: „Wenn man Eines über Logen Neunfinger sagen konnte, dann …“. Man merkt, dass hier auf jeden Fall ein durchdachtes Konzept dahintersteht, das in meinen Augen auch gelungen umgesetzt wurde.

 

4,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Das Buch zeigt die Welt von ihrer rauen Seite und reflektiert dabei Menschen und ihre Beweggründe. Die Charaktere sind mit echtem Tiefgang ausgestattet und durchleben eine Entwicklung. Da wir es nun nicht gerade mit moralisch vorbildlich handelnden Figuren zu tun haben, wird diese Entwicklung wohl eher in Scheitern münden. Ich finde hier auf jeden Fall eine komplexe Charakterstudie vor, die zum Nachdenken einlädt und obendrein viel Reflexion über die Art und Weise, wie die Welt funktioniert (und die Antwort auf diese Frage kann hier nur Zynismus sein).

 

5 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Auch hier kann man sagen: Darauf liegt nicht der Fokus des Buches. Einen außergewöhnlichen Weltenbau braucht man hier nicht suchen. Das dargestellte Setting jedoch funktioniert und das es sich bereits vom Mittelalter wegbewegt hat, ist es auch nicht abgedroschen.

 

4 Sterne

 

Trotz kleinerer Schwächen ist das Buch sehr lesenswert – für Menschen, die mit Kitsch und Romantik nichts anfangen können und außerdem damit umgehen können, dass es oftmals auch brutal und blutig wird (das darf man jedoch auch erwarten, wenn eine der Hauptfiguren Inquisitor ist). Ich freue mich auf den nächsten Band.

 

Gesamtwertung: 4,6 Sterne, macht gerundet 5 Sterne

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