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Greg Walters: Bestias (Die Bestien Chroniken 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
7. Juni 2025
2 Min. Lesezeit

High Fantasy Antike Römer Gladiatoren Arena

Der Roman spielt in einem unkonventionellen Setting und ist durch und durch solide. Für meinen Geschmack hätte er aber komplexer sein dürfen.

 

Schreibstil:

 

Im Wesentlichen liest sich der Text flüssig, aber es gibt Luft nach oben. Für mein Empfinden haben sich immer wieder Sätze eingeschlichen, die nicht so recht zur Perspektive passen, sondern bestimmte Aspekte für die Leser*innen erklären. Auch an Metaphern mangelt es.

 

4 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Figuren sind in Ordnung. Mehr aber auch nicht. Ich konnte ihnen gut folgen und sie wirken auch nicht hölzern, aber sie sind nichts Besonderes und schnell wieder vergessen.

 

4 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Davon, wie man Spannung erzeugt, versteht der Autor auf jeden Fall etwas. Von Anfang an jagt ein Cliffhanger den nächsten. Dazu sind die Kapitel angenehm kurz, sodass man schnell vorankommt. Für mein Empfinden, lief das Ganze manchmal etwas zu schematisch ab, weil die Wendungen in gewisser Weise vorhersehbar waren. Nichtsdestotrotz ist das gutes Handwerk. Der spätere Teil des Buches hat mir allerdings weniger gefallen. Bei Wanderungen und Bestienbegegnungen fehlt mir dann doch gehörig die Komplexität, sodass es am Schluss doch etwas zäh für mich wurde.

 

4,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Hier mangelt es. Das Buch ist unterhaltsam. Mehr nicht. Natürlich könnte es in einem solchen Setting durchaus um menschliche Abgründe gehen, wie es an manchen Stellen angedeutet ist. Um so etwas tiefergehend zu behandeln, bräuchte es aber mehr Ambivalenz.

 

3 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Das Setting ist stark vom antiken Rom inspiriert. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes. Ich habe überlegt, ob mir die Anleihen manchmal nicht zu viel waren, bin aber diesbezüglich zu keinem Schluss gekommen. Die Idee allerdings, dass nachts Bestien durch die Welt ziehen und sich die Menschen in ihren Städten hinter Schutzzaubern verstecken, erinnert mich doch sehr stark an „Das Lied der Dunkelheit“ von Peter V. Brett. Zufall oder nicht? Ich weiß es nicht, aber letzteres war eher da und ist ja doch sehr bekannt.

 

4,5 Sterne

 

Der Roman war definitiv solide und auch unterhaltsam. Das Rom-Setting mochte ich, auch, weil man es in der High Fantasy nicht allzu oft findet. Das ist für mich aber auch der einzige Grund, weiterzulesen. Das Setting ist originell – die Geschichte ist es nicht. Ich habe das Gefühl, dass der ganze Roman mustergültig aus einem Schreibratgeber herausgesponnen ist: Alles sitzt – aber gleichzeitig ist auch alles konventionell und bis zu einem gewissen Grad austauschbar. Als Jugendbuch ist "Bestias" sicher gelungen. Für mich persönlich war es zu einfach gestrickt.

 

Gesamtwertung: 4,0 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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