"Fünf Federn": Der Grauzorn (Minen der Macht 3)

Aktualisiert: 15. Feb. 2025

Die Fortsetzung entwickelt die Haupthandlung weiter, schwächelt aber beim Spannungsbogen. Dafür ist sie aber ein wenig komplexer.
Schreibstil:
Der Text liest sich flüssig. In diesem Band ist es mir aber stärker aufgefallen, dass viel erklärt wird (z. B. die Beziehungen der Figuren zueinander). Deutlich zu viel, in meinen Augen. An einer Stelle wird sogar ein Witz erklärt. Nun, dem allgemeinen Niveau ist das nicht zuträglich und entspricht genau dem Vorwurf, der gerne an Genreliteratur herangetragen wird. Ich würde nun sagen, ein bisschen mehr darf man den Leser*innen doch zutrauen – allerdings kann ich nun nicht von mir behaupten, eine spezifische Marktrecherche darüber durchgeführt zu haben. Generell denke ich aber, es ist überhaupt nicht schlimm, wenn nicht jede Person jedes Detail versteht. Da wird doch dann ohnehin drübergelesen. Schlimmer ist es, den Anspruch herunterzuschrauben und viele Leser*innen durch Umständlichkeiten auszubremsen.
4 Sterne
Charaktere:
Inzwischen funktionieren die Figuren für mich eigentlich ganz gut und zeigen gewisse Eigenwilligkeiten.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Wieder mal ein Mord. Nun ja, es scheint das Konzept der Reihe zu sein, dass immer dasselbe passiert. Diesmal geht es aber weniger rasant voran. Vielmehr geht es erst einmal um die persönlichen Probleme der Figuren, was die Haupthandlung nicht unbedingt voranbringt. Ich hatte ja bei Band 2 bemängelt, dass gewisse offene Fragen nur wenig aufgegriffen werden. Hier ist das zwar der Fall, aber ich fand, dass die Thematik nicht optimal eingebunden ist und es passagenweise ein wenig zäh vorangeht. Am Ende bewegen wir uns immerhin in Richtung Haupthandlung. Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sterne, gebe aber mal den besseren Wert.
4 Sterne
Tiefgang:
In Band 1 hatte ich kritisiert, dass es ein fragwürdiges Narrativ ist, dass sich die Aschlinge nur zu gerne in ihre Knechtschaft fügen. Nun wird diese Thematik aber aufgebrochen und gezeigt, dass das Volk keineswegs so demütig ist, wie ihm zugeschrieben wird. Auch werden die ausbeuterischen Praktiken thematisiert, mit denen die Reichen die unteren Schichten unterdrücken. Es gibt hier also durchaus Interessantes – wenn auch dieses nicht unbedingt komplex abgehandelt wird und die Aufrührer am Ende doch ein wenig vereinzelt dastehen.
3,5 Sterne
Worldbuilding:
Das Worldbuilding gefällt mir weiterhin, wie auch in den Vorgängerbänden. Es enthält eine neue Facette (Wortspiel beabsichtigt).
5 Sterne
Insgesamt fand ich Band 3 unterhaltsam wie die Vorgänger. Der Spannungsbogen ist ein wenig schwächer, dafür weist die Thematik mehr Tiefgang auf. Vielleicht ist es ein wenig konstruiert, wie die Figuren zusammen in die Handlung eingebunden werden. Aber darüber kann ich hinwegsehen.
Gesamtwertung: 4,2 Sterne, macht gerundet 4 Sterne



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