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Eleanor Bardilac: Knochenblumen welken nicht

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
25. Jan. 2025
3 Min. Lesezeit

Nekromantie Totenbeschwörung Tote Fantasy

Das Buch hatte ein paar Stärken, dennoch habe ich mich mit ihm schwergetan. Die Handlung ist zäh und es fehlten die wirklich interessanten Aspekte.

 

Schreibstil:

 

Der Text liest sich flüssig, es gibt interessante Formulierungen und oft auch einen Rhythmus. Das alles ist gut. Leider bleibt der Text nicht immer konsequent auf diesem Niveau, manche Sätze erklären zu viel und wirken dabei wie Fremdkörper. Insgesamt ist der Roman aber trotzdem besser geschrieben als viele andere.

 

4,5 Sterne

 

Charaktere:

 

Aurelia ist sicherlich kein komplexer Charakter. Marius ist interessanter, wird sich aber auch nicht in mein Gedächtnis einbrennen. Trotzdem wirken die beiden Figuren authentisch und besitzen auch bestimmte Eigenheiten. Ich konnte ihnen jedenfalls gut folgen und auch ihre Dialoge haben funktioniert.

 

4,5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Das Buch geht schwerfällig los. Es passiert wenig, das wird aber sprachlich aufgebauscht und mit Information zum Worldbuilding vollgepresst, sodass Seite um Seite vergeht, ohne dass dabei tatsächlich etwas passiert. Auf Seite 21 hatte ich eigentlich schon gar keine Lust mehr weiterzulesen, weil das ganze erste Kapitel eigentlich überflüssig war. Warum von einer unwichtigen Kutschfahrt erzählen, wenn man auch gleich mit der relevanten Anhörung starten könnte? In meinen Augen wäre hier weniger mehr gewesen. Und das Problem hält sich leider: Auch, wenn es spannendere Stellen gibt, existieren ganze Kapitel, in denen es eigentlich nur um Worldbuilding geht: Magie und Gesellschaft werden erklärt. Interessante Handlungen und Konflikte bleiben außen vor. Das macht das Buch an vielen Stellen zäh zu lesen und tatsächlich wurde meine Lust darauf zu erfahren, wie es weitergeht, immer niedriger. Auch die am Klappentext angekündigte und eigentlich spannende Thematik um die Ritualmorde ist so lange außen vor, dass es mir irgendwann auch egal war.

 

2,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Dass Magier mit Medikamenten ruhiggestellt werden, ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, der sich auch auf die Realität übertragen lässt (genau genommen ist es umgekehrt). Zudem werden Beziehungsmodelle reflektiert. Es geht auch um gesellschaftliche Normen. Und da ist auf jeden Fall erkennbar, dass das Buch auf Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zielt. Sexuelle Belästigung wird thematisiert, dabei aber eben nicht (wie in der Realität so häufig) bagatellisiert, sondern tatsächlich verurteilt. Beiläufig wird auch erwähnt, dass eine Nebenfigur transgender ist. Ein bisschen Emanzipation gibt es auch noch. Es steckt also auf jeden Fall etwas drinnen, auch wenn nichts davon wirklich in die Tiefe behandelt wird.

 

4 Sterne

 

Worldbuilding:

 

In dieser Welt gibt es Wanduhren, Kanonen, Kutschen, Pillen und auch schon Elektrifizierung, wenn auch nicht breitflächig. Wahrscheinlich befinden wir uns hier am Ende des 19. Jahrhunderts und entsprechend ist die Atmosphäre. Das fand ich auf jeden Fall gut, generell hätte ich mir jedoch ein paar unkonventionellere Einfälle gewünscht. Im Zentrum steht schließlich eine klassische Magierausbildung, wie man sie auch aus vielen anderen Büchern kennt. Mir fehlt hier das Neue, Setting hin oder her.

 

3,5 Sterne

 

Ich würde nicht sagen, dass das Buch schlecht war, schließlich funktionieren Schreibstil und Charaktere, was eine überzeugende Basis ist. Aber einerseits hat mir tatsächlich das Neue, das Interessante in Handlung und Worldbuilding gefehlt und andererseits ging die Handlung oftmals derart schleppend voran, dass ich meine liebe Mühe hatte, mit dem Buch zügig durchzukommen. Das dämpft auch die Motivation, den Nachfolger zu lesen.

 

Gesamtwertung: 3,9 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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