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Eva von Kalm: Die Prophezeiung (Andrargs Schriften 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
21. Dez. 2025
2 Min. Lesezeit
dark fantasy reihe dämonen

Der Roman beschäftigt sich mit der Frage, was einen Menschen dazu treibt, auf die böse Seite zu wechseln und was das mit ihm macht. Das ist durchaus interessant, folgt aber an vielen Stellen konventionellen Mustern.

 

Schreibstil:

 

Der Schreibstil aus der Ich-Perspektive ist flüssig und bildhaft. Manchmal haben mich aber ein paar Brüche herausgeworfen: Vergleiche mit Konzepten oder Materialien, die es so in dieser mittelalterlichen Welt eigentlich noch nicht gibt und deswegen nicht so richtig stimmig sind. Auch hätten vielleicht die Schauplätze ausführlicher beschrieben werden dürfen. Insgesamt war der Text aber gut zu lesen.

 

4 Sterne

 

Charaktere:

 

Der Ich-Erzähler ist nun nicht unbedingt komplex angelegt. Aber er ist durchaus glaubhaft, wir erfahren viel über seine Beweggründe und kommen ihm dabei nahe. Es gehört sicher zum Konzept, dass es eben nicht um exzentrische Persönlichkeiten geht, sondern einfach um normale Menschen, die ihren Weg verlieren.

 

4 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Die Handlung war flüssig erzählt. Am Anfang gibt es auch einiges an Rückschau. Das hat vielleicht minimal gebremst, aber ich empfand es nicht als störend oder langweilig. Spätestens danach geht es aber sehr flott weiter.

 

4,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Hier gibt es einen starken Dualismus zwischen Gut und Böse. Das ist mir tatsächlich ein bisschen zu einfach gestrickt. Zumal die Bösen auch eher schon klischeehaft böse sind und vor keiner Gräueltat zurückschrecken.

 

Allerdings muss ich auch wieder sagen, dass die Wandlung der Hauptfigur und ihre Zerrissenheit sehr gut dargestellt ist und die Frage, wie weit ein Mensch geht, auch gut auslotet. Wenn man sich also darauf einlässt, dass es hier eben nicht um Graustufen, sondern tatsächlich um Schwarztöne geht, kann man hier schon Interessantes finden.

 

4 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Das Setting ist irgendwas zwischen biblischen Ideen von Hölle und Teufel und DnD-Kampagne mit chaotisch bösen Priestern und rechtschaffen guten Paladinen. Angesiedelt ist das Ganze in einer mittelalterlichen Welt. Auch hier würde ich sagen: Das gehört zum Konzept. Der Roman spielt ja eben genau mit diesen Ideen und hätte anders wohl nicht funktioniert. Nichtsdestotrotz hätte ich mir stellenweise etwas Frischeres gewünscht, vielleicht eine unkonventionellere Ausgestaltung der Magie oder der Schauplätze.

 

3,5 Sterne

 

Der Roman ist eher kurz und lässt sich flüssig weglesen. Die Triggerthemen am Ende sind zu recht genannt: Hier geht es grausam zu, auch wenn sich der Roman nicht an blutrünstigen Einzelheiten ergötzt. Man sollte aber nicht mit einem Happy End rechnen. Angesichts der Dunkelheit in diesem Buch dürfte "unterhaltsam" sicher der falsche Begriff sein. Es ist eher so, dass man etwas zum Nachdenken bekommt. Ich persönlich hätte mir noch etwas mehr Frisches gewünscht und etwas weniger schwarz-weiß.

 

Gesamtwertung: 4,0 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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