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Bernhard Hennen: Die weinende Stadt (Schattenelfen 5)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
17. Juli 2024
3 Min. Lesezeit

High Fantasy Buchreihe Reihe Mehrteiler Elfen deutsche Autoren

Die Reihe hat in meinen Augen mit Band 1 einen starken Start hingelegt und sich dann über die Folgebände hinweg in belanglosen Nebenschauplätzen verloren. Die Reihe ist in meinen Augen damit die bisher schwächste im Elfen-Universum.

 

Schreibstil:

 

Wie gewohnt flüssig und bildhaft. Wie gewohnt auch etwas ausschweifend.

 

4 Sterne

 

Charaktere:

 

Insgesamt finde ich, dass die Figuren in der Reihe nicht unbedingt stark sind. Das mag aber auch damit zu tun haben, dass ein Großteil des Personals im Rückblick betrachtet für die Handlung auch gar nicht relevant ist, die Konflikte entsprechend übergestülpt bzw. belanglos wirken. Mit Ausnahme der aus anderen Bänden bereits bekannten Figuren konnte ich im Grunde nur mit Alathaia und dem Drachen etwas anfangen und fand den Rest mehr oder weniger hölzern. (Mit Ausnahme von Broja vielleicht, wobei mir der auch ein wenig zu stereotyp war).

 

2,5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Im fünften Band kommt die Handlung nun zu einem Abschluss. Ich halte es allerdings für keinen guten Abschluss. Im Rückblick hat man das Gefühl, dass das, was für die Reihe angeteasert wurde (der Konflikt zwischen Emerelle und Alathaia) eigentlich gar nicht wirklich erzählt wurde. Stattdessen haben wir über viele Seiten hinweg Nebenschauplätze wie das Kaiserreich Haiwanan, die im Rückblick betrachtet aber nichts zur Haupthandlung beitragen und somit getrost gestrichen werden hätten können. Das gilt auch für den Großteil des Figurenpersonals: Hätten wir Adelayne denn überhaupt gebraucht? Oder Leynelle? Laurelin? Melyssandra? Die Zwerge? Am Ende hätte die Haupthandlung doch genauso funktioniert, wenn man all diese Figuren streicht bzw. die wenigen Funktionen, die sie tatsächlich erfüllen auf andere Figuren verlagert. Wenn es schon um Alathaia gehen soll, warum dann nicht ihre Familie eine größere Rolle spielen lassen statt diesen Haufen belangloser Nebenfiguren?

 

Dieses Problem bezieht sich nun natürlich nicht nur auf dieses letzte Buch, sondern auf die ganze Reihe. Aber ich möchte den Finalband nicht davon unabhängig beurteilen. Insgesamt bin ich mit der Konzeption also recht unzufrieden.

 

Zum Buch selbst kann man sagen, dass der rote Faden ebenfalls nicht immer erkennbar ist. Der Handlungsstrang der Zwerge nimmt viel Raum ein und ist für sich genommen auch spannend. Ich hätte ihn allerdings lieber als eigenes Buch gelesen, denn im Bezug auf Alathaia führt das Ganze nicht wirklich zu etwas. Ihre Kapitel wirken dazwischen teilweise wie ein Fremdkörper, ebenso alles, was in Haiwanan passiert. Und das Ende war dann doch sehr abrupt.

 

2 Sterne

 

Tiefgang:

 

Auch hier hätte ich mir gewünscht, mehr über die Figuren zu erfahren. Wie Alathaia handelt, war mir teilweise dann doch auch zu schwach motiviert. Das Potenzial war da, Fragen wie „Wie weit geht man, um seinen Traum zu erfüllen?“ zu beleuchten. Das kam mir jedoch alles zu knapp.

 

2,5 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Das detaillierte Worldbuilding trägt auf jeden Fall zur Atmosphäre bei. Auch Schauplätze wie die untergegangene Stadt Ishaven bleiben im Gedächtnis.

 

5 Sterne

 

Schon nach dem vierten Band habe ich mich schwer gefragt, wo die Reise hingeht und leider wurde es nicht besser. Ein Teil der Hauptfiguren blieb über die ganze Reihe hinweg wenig greifbar, einige Handlungsstränge wirken weitgehend überflüssig. Die Auflösung des Konflikts war mir zu einfach und kam auch zu plötzlich. Insgesamt war das Buch für eher unbefriedigend.

 

Gesamtwertung: 3,2 Sterne, macht gerundet 3 Sterne

 

Der erste Band der Reihe war der stärkste – und zwar mit Abstand. Ab Band 2 zerfasert die Handlung, wirkt teilweise konstruiert und irrelevant. Während ich bei Band 2 und Band 3 jedoch noch gehofft habe, dass sich der größere Zusammenhang allmählich erschließt, wurde ich spätestens mit Band 4 pessimistisch. Und tatsächlich muss ich im Rückblick sagen: In dieser Form hat die Reihe für mich nicht funktioniert. Sie ist in meinen Augen deutlich schwächer als die Elfen-, Elfenritter- und Drachenelfen-Bücher. Eingefleischte Fans mögen dieser neuen Epoche im Elfen-Universum dennoch etwas abgewinnen können – wer aber gerade einsteigt oder nur sporadisch liest, sollte sich die „Schattenelfen“ vielleicht besser sparen und sich stattdessen auf die älteren Bücher konzentrieren.

 

Gesamtwertung der Reihe: rechnerisch 3,9 Sterne, ich gebe aber nach Lektüre des letzten Bandes extra Abzüge, weil sich nun erschlossen hat, dass der rote Faden fehlt. Im Nachhinein würde ich damit die Zwischenbände wohl schlechter bewerten. Es läuft also wohl eher auf 3 statt 4 Sterne hinaus.

 

Funfact: Das Schwert auf dem Cover ist dasselbe wie auf den Drachenelfen-Büchern (mit dem Bändchen würde ich sagen: Band 5).

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