Martina Volnhals: Knochenbleiche Federn (Die Lichtburg-Chroniken 3)


Von dieser Reihe hatte mir Band 1 gut gefallen, Band 2 leider weniger. Es hing nun also an Band 3, ob ich die „Lichtburg-Chroniken“ weiterverfolge oder nicht. Und tatsächlich fand ich dieses Buch auch wieder deutlich besser als den schwächeren letzten Band.
Schreibstil:
Den letzten Bänden habe ich hier 4 Sterne gegeben. Ich weiß nicht, ob der Schreibstil hier nun tatsächlich bildhafter geworden ist oder ob ich in einer anderen Gemütsverfassung bin oder ob ich meinen Vergleichsmaßstab verändert habe … Wie dem auch sei: Ich fand den Text hier auf jeden Fall glatt, gut zu lesen und es gab zwar vielleicht keine raffinierten Metaphern aber durchaus angenehme Bilder und die Dialoge haben auch funktioniert.
4,5 Sterne
Charaktere:
Die Charaktere sind bekannt. Im letzten Band mochte ich die Gruppeninteraktionen nicht, aber das Problem löst sich hier wieder auf. Ich fand die Figuren nicht unbedingt einprägsam, aber doch glaubhaft, wenn auch ich den Bösewicht nach wie vor recht eindimensional finde.
4 Sterne
Handlung und Struktur:
Die Figuren gehen unterschiedliche Wege und dadurch eröffnen sich wieder neue Dynamiken. Während die Handlung in Band 2 recht linear verlief, sind hier nun wieder mehr interessante Verwicklungen zu finden. Das machte das Buch auf jeden Fall flüssig und unterhaltsam zu lesen – langweilig war es an keiner Stelle. Auch die kurzen Kapitel sind hier sicherlich eine Stärke.
5 Sterne
Tiefgang:
Hauptsächlich will das Buch unterhalten. Interessant sind aber die politischen Verstrickungen, die hier noch ein wenig mehr beleuchtet werden. Außerdem geht es um eine Klassengesellschaft, Rassismus, rechte Kräfte, die die Macht übernehmen wollen. Es stecken also ein paar interessante Themen drin, auch wenn diese nicht in der Tiefe behandelt werden.
3,5 Sterne
Worldbuilding:
Wie gehabt: Die Welt ist facettenreich und wir lernen ein paar neue Schauplätze kennen. Ein paar Dinge haben mich aber gestört: Dass es in diesem europäischen Setting Mais gibt beispielsweise (kommt aus Südamerika), oder Rote Bete (wurde erst im 19./20. Jahrhundert gezüchtet). Dass die Leute auf einem abgeschiedenen Dorf selbstverständlich wissen, dass Blut ebenso wie bestimmte Lebensmittel Eisen enthält. Mikroskope mag es in dieser Welt zwar schon geben, aber ins 18. Jahrhundert (da wurde Eisen das erste Mal im Blut entdeckt) hätte ich sie nun nicht gesteckt und das dörfliche Umfeld wird solchen Entdeckungen ohnehin noch hinterherhinken. In meinen Augen haben sich hier also ein paar vermeidbare Recherchefehler eingeschlichen.
4,5 Sterne
Das Buch war auf jeden Fall unterhaltsam zu lesen. Dass die Charaktere nun wieder unterschiedliche Wege gehen, ist in meinen Augen ein Vorteil. Dadurch wird ihre Entwicklung interessanter und wir sehen auch mehr von der Welt. Das Ende ist relativ offen und verweist auf den nächsten Band. Wobei ich davon ausgehe, dass wir (das schließe ich auch aus dem Wassersymbol am Cover) dann auch wieder etwas von Sqan bei den Wassermenschen zu sehen bekommen. Der kam hier kaum vor. Mich hat’s nicht gestört, ich finde die anderen Figuren ohnehin interessanter. Aber generell hatte das Wasservolk noch nicht den großen Auftritt, den es der Vollständigkeit halber bekommen müsste.
Gesamtwertung: 4,3 Sterne, macht gerundet 4 Sterne



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