"Fünf Federn": Der Formbrecher (Minen der Macht 2)

Aktualisiert: 12. Feb. 2025

Die Fortsetzung hält im Wesentlichen das Niveau des Vorgängers, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sich die Haupthandlung tatsächlich weiterentwickelt. Dennoch war das Buch unterhaltsam.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist wenig überraschend wie in Band 1. Insgesamt solide und weitgehend konsistent, aber man merkt eben doch ein paar (Qualitäts-)Unterschiede.
4 Sterne
Charaktere:
Die Figuren funktionieren, genau wie in Band 1 auch schon. Tatsächlich sind sie mir hier ein wenig nähergekommen. Das mag daran liegen, dass ich inzwischen mehr Zeit mit ihnen verbracht habe. Was ich auch gut fand, war die Einführung des ersten Mordopfers. Die Figur hatte eine gewisse Kontur, obwohl sie nur kurz auf der Bildfläche zu sehen war.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Auch hier war es so, dass die Handlung ein wenig gebraucht hat, um in Schwung zu kommen, was ich aber nicht unbedingt als störend empfand. Insgesamt war die Handlung aber spannend und unterhaltsam.
Und jetzt kommt das Aber: Es gibt wieder eine mysteriöse Mordserie und wieder muss diese aufgeklärt werden. Ich hatte sehr das Gefühl, dass ich es mit einem erneuten Aufguss von Band 1 zu tun habe. Dazu trägt auch bei, dass sich der übergreifende Handlungsbogen nicht weiterentwickelt. Am Ende von Band 1 erfahren wir, dass es einen mysteriösen Auftraggeber gibt. Den gibt es hier immer noch, aber wir sind ihm kein Stück nähergekommen. Auch andere offene Fragen wie was es nun eigentlich mit Woulfs verfaulter Hand oder Krötes Drogenpflanze auf sich hat, werden nicht beantwortet. Irgendwie wirkte der Band dadurch wie ein verzichtbares Intermezzo (wobei ich natürlich nicht weiß, was noch kommt). Insgesamt hätte ich mir also mehr Entwicklung und mehr Neues gewünscht.
4 Sterne
Tiefgang:
Auch hier werden wieder die Sozialstrukturen thematisiert. Außerdem geht es um kulturelle Unterschied, da eine (asiatische) Gesandtschaft vor Ort ist. Im Wesentlichen bleiben solche Diskurse aber an der Oberfläche. Der Roman setzt mehr auf Unterhaltung.
3 Sterne
Worldbuilding:
Das Worldbuilding funktioniert für mich immer noch gut. Obwohl ich die „Minen“ im Titel ein wenig zu dick aufgetragen finde, weil das schon in Band 1 nicht vollkommen zentral war und auch hier gibt es kaum mehr Szenen in den Minen. Aber sei’s drum, ich finde den Entwurf immer noch origineller als vieles andere.
5 Sterne
Das Buch war unterhaltsam und spannend und kann das Niveau des Vorgängerbandes halten. Mein Hauptkritikpunkt ist die fehlende Entwicklung einer übergreifenden Handlung. Das mag natürlich auch persönlicher Geschmack sein, dass ich lieber eine Reihe, die auf einen Höhepunkt zusteuert, lese als einzelne abgeschlossene Episoden. Aber ich werde mir den Folgeband holen.
Gesamtwertung: 4,1 Sterne, macht gerundet 4 Sterne



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