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A. S. Tamaki: Das Buch der gefallenen Blätter (Herbst des Imperiums 1)

Autorenbild: Wanderdrache
Wanderdrache
4. Sept.
2 Min. Lesezeit

Die Stärke dieses Buchs liegt in der Atmosphäre. Die Schwäche in der Struktur. Wer sich darauf einlassen möchte, braucht Geduld. Ich hatte sie nicht.

 

Schreibstil:

 

Der Schreibstil ist flüssig und an vielen Stellen sehr bildhaft, gerade durch kleine authentische Details. Dafür würde ich 5 Sterne geben. Ein kleiner Minuspunkt ist aber, dass es auch Stellen geben, wo der Text irgendwie zerfasert und wo kleine Bremser drin sind. Deswegen ziehe ich einen halben Stern ab.

 

4,5 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Figuren sind nachvollziehbar ausgestaltet und ich konnte ihnen gut folgen. Interessant fand ich gerade auch Charaktere wie Yora. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen, dass ich den Typus, des bodenständigen, gealterten Kriegers inzwischen auch schon öfter gesehen habe und wirklich etwas Neues hat der Roman da auch nicht hinzugefügt. Generell würde ich also sagen, dass die Figuren Potenzial besaßen, für mich gut funktioniert haben, aber das gewisse Etwas doch gefehlt hat.

 

4 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Bis zur Hälfte des Buches wusste ich nicht wirklich, worum es hier geht. Dass ich trotzdem so weit gelesen habe, lag daran, dass die Kapitel für sich oft bildhaft und interessant gestaltet waren, sodass ich den fehlenden roten Faden irgendwie verziehen habe. Grundsätzlich sehe ich hier aber eine deutliche Schwäche des Buches. Dazu kommt, dass die Entwicklung selbst nicht gezeigt wird, sondern immer nur Ergebnisse. Also: In einem Kapitel sind zwei Figuren noch Fremde. Im nächsten dann Freunde. Für mich wäre das, was dazwischen passiert, das eigentlich Interessante und genau das wird dann ausgespart. Das fühlte sich unharmonisch und sprunghaft an. Als wolle mir der Text sagen: Für die Handlung müssen sie halt Freunde werden, mir doch egal, wie genau das überhaupt funktionieren soll. Oder alternativ: Da war kein Platz mehr übrig, schließlich mussten ja noch drei weitere Perspektiven rein. Gegen mehrere Perspektiven habe ich nichts, aber hier fand ich die Konzeption irgendwie unglücklich, weil sie so flickenhaft wirkte. Diese Sprunghaftigkeit und der fehlende rote Faden hat mir dann ab einem gewissen Punkt die Freunde und Lust am Weiterlesen genommen. Schade.

 

2 Sterne

 

Tiefgang:

 

Hier geht es um Klassenunterschiede, um Loyalitäten, um Macht. Dadurch sind auf jeden Fall interessante Themen behandelt, auch wenn sie nicht tiefergehend oder komplex ausgearbeitet werden.

 

3,5 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Das japanische Setting ist sehr schön und mit vielen Details ausgestaltet, sodass es tatsächlich spürbar wird. Das hat mir sehr gut gefallen.

 

5 Sterne

 

Schreibstil, Worldbuilding, Thematik haben mir gut gefallen und die Charaktere waren zumindest sehr solide. Deswegen empfinde ich es als sehr schade, dass das Buch auf der Handlungsebene nicht genauso gut für mich funktioniert hat. Ich nahm hier den Versuch wahr, einen epischen Konflikt aufzubauen, aber irgendwie ist es nicht geglückt. Weder war die Handlung rund noch bot sie etwas Neues. Vermutlich werden Japan-Fans hier dennoch etwas für sich finden. Wer aber nach Tempo sucht, für den ist der Roman nichts.

 

Gesamtwertung: 3,8 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

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